LIVE DATES

DJ Marcelle

19.05. Friekfest, Amsterdam, NL
24.05. Golden Pudel, Hamburg, GER
25.05. Bei Roy, Berlin, GER
26.05. Mindpirates, Berlin, GER
02.06. Kilbi Festival, Bad Bonn, Düdingen, CH
06.06. Aspern Seestadt, Wien, AT
08.06. Favoritbar, Munich, GER
09.06. OKH, Vöcklabruck, Austria
20.06. Royal Academy Of Art, The Hague, NL
28.06. Fusion Festival, Lärz, GER
30.06. Cidade PreOcupada Fesitval, Montemor-O-Novo, PT

FM Einheit + Irmler

19.05. Noise Festival, Spielboden Dornbirn, AT
 
 
 
 
 
 
 

 


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Das Stahlcello: ein über zwei Meter hohes Metallsegel, das sich unter der Spannung einer langen Saite wölbt. Bow Chime und Bass Chime – große gebogene Metallschilde auf geschwungenen Eisenständern, an denen je fünf fingerdicke Messingstäbe über einen Steg befestigt sind. Primitive selbstgefertigte Streicherbögen aus Angelschnur erzeugen auf diesen archaischen, kräftigen Instrumentskulpturen tiefe, sonore Klanggewitter, verstörend und ekstatisch.

Bob Rutman, der am 15.Mai 2011 stolze 80 Jahre alt wird, ist Instrumentenbauer, Klangerfinder und Musiker, aber ebenso Bildhauer, Maler und Zeichner. Rutmans bizarre Lebensgeschichte beginnt 1931 in Berlin, kurz vor der Machtergreifung der Nazis. 1938 flieht seine jüdische Mutter mit ihm nach Polen; über Finnland, Schweden und England landet er 1950 in New York, von wo er 1951 für zwei Jahre zum Militärdienst nach Deutschland geschickt wird. Danach studiert er Kunst in New York und Mexiko. Dort schließt er enge Freundschaft mit dem Beatpoeten Philip Lamantia. 1966 baut Rutman in seiner Künstlergalerie in Soho den Prototyp des Steel Cello und des Bow Chime — das Steel Cello wird später im Museum of Modern Art ausgestellt und von dem Kunstsammler Marx gekauft. Neben der Arbeit an seinem bildnerischen Werk in Boston und New York gründet Rutman 1975 das Steel Cello Ensemble, mit dem er umfangreiche Tourneen durch die USA und Europa unternimmt. 1990 kehrt Rutman nach Berlin zurück, wo er sogleich wieder eine Galerie eröffnet. 1998 trat er mit den Einstürzenden Neubauten auf ihrer USA Tournee auf. Bob Rutman hat mit Peter Sellers, Merce Cunningham, Robert Wilson, Dorothy Carter, Jacalyn Carley/Tanzfabrik Berlin und Wim Wenders zusammengearbeitet. Der alte Mann und sein Stahlcello — längst ist der betagte Beatnik zum Grandseigneur und Lieblingshelden des Berliner Undergrounds geworden.

A native Berliner, Bob Rutman fled Nazi Germany in the 1930s, eventually emigrating to the United States, where he studied art and, in 1966, designed the prototype of his steel cello and bow chimes. He founded and toured with the Steel Cello Ensemble in the United States and Europe the 1970s. Did most of his paintings, sculptures and multimedia work in Boston and New York in the 1980s, Rutman returned to Berlin in 1990, toured with Einstuerzende Neubauten and performed at Berlin's Atonal music festival. He has performed and had exhibitions throughout Europe and the United States and has worked with Peter Sellers, Merce Cunningham, Dorothy Carter, Tanzfabrik Berlin, Wim Wenders. He's a Berlin institution.

Bob Rutman´s Steel Cello Ensemble feat. Ginsberg, Hentz, Irmler.

Klangbad 48CD/Digipak/Download

Bob Rutman (D): Steel Cello, Stimme
Mike Hentz (D): Harfen, Maultrommeln, Stimme
Kersten Ginsberg (D): Schlagzeug, Perkussion, Stimme
Hans-Joachim Irmler (D): Orgel, Effekte

Tracklisting:

1. Explorer      
2. Sonic            
3. Zoon           
4. Empathie    
5. Oyo             
6. Do You?     
7. Transition   
8. All over (epilogue)

Release Date: GAS: 29.04.2011; UK: TBC

Distribution GAS: Broken Silence Germany, A-Musik

Distribution FRANCE: Le Son du Maquis

Distribution UK+WORLD: Cargo UK

Distribution Digital: Broken Silence Germany

Promotion GAS: Guido Möbius, Autopilot Publishing.

Promotion UK: Sean Newsham, Mutante Inc.

Booking + Info: Konzertbüro Ginsberg www.konzertbuero-ginsberg.de/

Recorded at: Faust-Studio Scheer Mixed: Hans Joachim Irmler, Kersten Ginsberg, Andreas Schmid/Faust-Studio Scheer

Produced By: H.J.Irmler, K.Ginsberg

Engineered-By: Andreas Schmid

Mastering: Ingo Krauss

Cover-Zeichung: Detail-Artwork Bob Rutman

Pressetext deutsch:

 

Man kann schon erstaunliches mit den Bogen von Geige, Bratsche, Cello oder Kontrabass bewirken. Gerade dann, wenn man sie zweckentfremdet. Wobei es etwa für klassisch geschulte Schlagwerker zum gängigen Repertoire gehört, das Becken oder den Gong hin und wieder mit einem Bogen zu streichen. Auf diese Weise entsteht ein geisterhafter, quietschend singender Ton, der gleichzeitig einen warmen metallischen Klang hat. Und was man nicht alles streichen kann: Unzählige Gitarristen benutzen Geigenbogen. Mit einem Bogen am Vibraphon oder an Glasplatten erzielt man erstaunliche Effekte. Und Sven-Åke Johanssons Sinfonie für gestrichene Pappkartons verblüfft durch ihren musikalischen Reichtum

Bob Rutman hat vielleicht das größte Streichinstrument überhaupt erdacht. Mit einem aus Angelschnur gefertigten Bogen streicht er die Aufhängung eines riesigen Stahlsegels und erzeugt auf diese Weise Drones, deren Volumen dem Klang startender Flugzeuge nicht unähnlich ist. Wir denken an Russolo und die Geräuschmusik der Futuristen, an Maschinenmusik, an Industrial. Und damit liegen wir richtig und falsch. Natürlich wirkt allein die Optik von Rutmans Steel Cello martialisch. Dass er 1998 sehr erfolgreich mit den Einstürzenden Neubauten auf USA-Tournee war, erscheint nicht verwunderlich. Dennoch fehlt bei Rutman das Kalte, Entmenschlichte, das zum Wesen der Industrialmusik gehört. Selbst schleifende und schabende Klangflächen, die sich reiben und überlagern wie mächtige Rückkopplungen, klingen bei Rutman warm und persönlich. Dieses Album dokumentiert nicht nur das enorme Klangspektrum eines einzigartigen Musikinstruments. Es ist außerdem Dokument der künstlerischen Verarbeitung von Kriegseindrücken eines Musikers der Generation, die den Lärm von Fliegern und Bombenangriffen noch persönlich erlebt hat.

Bob Rutman, der in diesem Jahr seinen 80jährigen Geburtstag feiert, ist nicht nur Musiker und Instrumentenbauer. Vier Jahre nach seinem Kunststudium in New York und Mexico-City gründete er seine eigene Galerie in New York. Schon immer arbeitete er als Zeichner, Maler und Bildhauer. Das Steel Cello Ensemble gründete er 1975. Nach intensiven Touren in den 70er Jahren ruhte das Ensemble, bis Rutman 1990 auf Betreiben von Matthias Osterwold zurück nach Berlin siedelte. Dort betrieb er in verschiedenen Besetzungen das Ensemble weiter.

Hans Joachim Irmler, Gründungsmitglied der Gruppe Faust, sowie Label- und Festivalbetreiber, hat sich bereits mit unzähligen Kollaborationen profiliert. Sein bevorzugtes Instrument ist die Orgel, aber für das Steel Cello Ensemble betätigt er sich auch als Gitarrist. Der versierte Schlagzeuger Kersten Ginsberg verleiht den typisch krautrockigen „Nähmaschinen-Drums“ durch den Einsatz von Shuffles einen eigenen Dreh. In dieser Produktion, die auf das Konto von Ginsberg und Irmler geht, ackert sich das Schlagzeug phasenweise durch eine stehende Welle aus Lärm. Mal scheint es fast zu ertrinken im Klangbad, dann arbeitet es sich langsam wieder daraus hervor. Dies ist sicher auch dem Umstand geschuldet, dass Rutman mit seinem obertonreichen und voluminösen Spiel seinen Mitmusikern ein hohes Maß an Intensität vorgibt.

Und schließlich ist da Mike Hentz, der Maultrommel spielende Aktionskünstler und Kunstprofessor. Der Klang seines Instruments gibt der Musik des Ensembles einerseits eine beinahe humoristische Leichtigkeit. Andererseits treibt der Puls der Maultrommel die anderen Instrumente unermüdlich an und ergänzt sich sehr organisch mit Ginsbergs Schlagzeugspiel.

Dies ist Musik, deren Körperlichkeit sich gleichsam mit Händen greifen lässt. In einer sehr dynamischen Produktion besinnt sich das Ensemble auf alte Tugenden von Industrial und Psychedelic: Sprechstimmen wie aus dem Polizeifunk, Summenverzerrung, Wawa-Gitarren, treibende Drums und ausladende Klangflächen. Ein Album, das dem Labelnamen „Klangbad“ gerecht wird.

www.rutman.de/main.html